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Lehrbrief I: Einführung in die Kosmetik/Lehre von der Ganzheitskosmetik

Ausbildung zur Kosmetikerin auf der AFS Kosmetikschule

Einführung in die Kosmetik

Im ersten Lehrbrief geht es um den Begriff der Kosmetik sowie deren Definition. Nachstehend erhalten Sie einen Auszug aus Lehrbrief 1:

Während die Kosmetikerin vor dem Krieg besonders die Schminktechniken und den Umgang mit Farben beherrschte, kamen in der Nachkriegszeit verstärkt die Schönheitspflegemittel hinzu. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage für pflegende Kosmetik konnte der Beruf der Kosmetikerin einen beachtlichen Platz in der Reihe der Frauenberufe erobern, ein weiterer Grund, uns eingehend mit dem Begriff der Kosmetik in der heutigen Zeit zu befassen.

Um einen Begriff inhaltlich erklären und seinen Ursprung erfahren zu können, ist der erste Griff meistens zu einem Lexikon. Das wollen auch wir tun. Dort können wir lesen, daß dieses Wort vom griechischen Kosmos oder kosmein stammt und folgende Bedeutung hat: "die Gesichtspflege, Hautpflege und Körperpflege nach ästhetischen Gesichtspunkten, im weiteren Sinn auch die Haar-, Nagel- und Fußpflege." Warum aus dem Griechischen? Vermutlich, weil das Schönheitsideal der Griechen die Harmonie zwischen dem gesunden Geist und einem ebenmäßig gebildeten und gepflegten Körper war und dieses Ideal unseren heutigen Vorstellungen von der Kosmetik am ehesten entspricht. Das Wort "kosmein" läßt mehrere Deutungen zu: "allumfassende Ordnung", "Schmuck" oder "System der Himmelskörper". Am sinnvollsten erscheint wohl die erste Ableitung "Ordne und Schmücke", auch deshalb, weil sie uns den Begriff Ganzheitskosmetik näherbringt und unserer heutigen pflegerischen und dekorativen Kosmetik am nächsten kommt.

Das Ziel der heutigen Kosmetik sollte sein zum einen,

  • die Haut vorbeugend zu pflegen und gesund zu erhalten,

zum anderen

  • sie auch zu schmücken und eine dekorative Aufgabe zu erfüllen.

Es wird deutlich, daß die Kosmetik sich nicht auf dekorative Maßnahmen beschränken, sondern pflegerische Maßnahmen (also Gesichtspflege, Hautpflege, Körperpflege) mit einbeziehen soll, die die innere Ausgeglichenheit der Kundin fördert und sie nach außen sichtbar macht. Mit anderen Worten, es ist die Rede von Kosmetik, wenn die harmonische Erscheinung durch natürliche, pflegerische und dekorative Maßnahmen angestrebt wird und Ernährungsgewohnheiten und Lebensweisen mit einbezogen werden, die allesamt der Gesundheitsvorsorge dienen.

Lehre von der Ganzheitskosmetik

Die Lehre der Ganzheitskosmetik nimmt den zweiten Teil des ersten Lehrbriefs ein. Nachfolgend erhalten Sie auch hier einen Einblick in den Lehrbrief I:

So betrachtet ist Kosmetik in der heutigen Zeit schon lange kein Luxus mehr, ja, sie ist in vielerlei Hinsicht zu einer Notwendigkeit geworden. Die Eckpfeiler der heutigen Kosmetik sind die pflegerische und die dekorative Kosmetik. Diese beiden Arbeitsbereiche fließen ineinander über und, beide zusammen oder einzeln genommen, bieten jedem, der gepflegt aussehen und gesund bleiben möchte, die Möglichkeit, diese Harmonie zu erreichen.

  • Die pflegerische Kosmetik hat die Aufgabe, die Haut und die Fingernägel zu pflegen, vor schädlichen Einflüssen zu bewahren und Fehler zu korrigieren (z. B. mit dem Entfernen von Hautunreinheiten, dem Ausgleichen des Feuchtigkeitsgehaltes, u.v.a.m.).
  • Unter dekorativer Kosmetik verstehen wir das "Schmücken", das "Schönmachen" für sich selbst und seine Mitmenschen. Dazu bedient man sich solcher Mittel wie z.B. Make-up, Lippenstift, Rouge, Augenschminke, Nagellack. "To make up for deficiency" ist eine Redewendung aus der englischen Sprache und bedeutet "das Fehlende wettmachen". Make up (oder Make-up) ist das amerikanische Überbleibsel davon und bedeutet nichts anderes, als kleine Schönheitsfehler zu kaschieren, bestimmte Vorzüge hervorzuheben und dem Gesicht eine persönliche Note zu geben. Die dekorative Kosmetik ist längst schon keine reine Anstrichkosmetik mehr und daher nicht weniger wert als die pflegerische Kosmetik, denn in gewisser Weise trägt auch sie pflegerischen Charakter. Viele dekorative Präperate von heute schützen und pflegen die Haut: Make-up-Cremes vor schädlichen UV-Strahlen der Sonne, Lippenstifte vor spröden, trockenen Lippen.

Lehrbriefe

   
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